AktuellesIst Bauarbeit ungesund?
Unter dem Titel "ist Bauarbeit ungesund?" veröffentlichte der Baumeisterverband Liechtenstein im Juli 2007 eine Stellungnahme zur Gefahrensituation und zum Leistungsdruck auf liechtensteins Baustellen. Nachfolgend der Artikel.
Ist Bauarbeit ungesund?
„Die Arbeit auf dem Bau ist hart, gefährlich und gesundheitsschädigend“. Dies ist die landläufige und weit verbreitete Meinung der Bevölkerung über die Bauarbeit. Vor allem bei jenen, die selbst nicht auf dem Bau arbeiten.
Unbestritten ist, dass die Arbeit auf dem Bau körperlich anstrengend, unter Einfluss der Witterung erfolgen muss und Gefahren ausgesetzt ist. Entgegen den Aussagen von Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern ist die Arbeit auf dem Bau aber nicht primär ungesund.
Durch die von der SUVA in den vergangenen Jahren stetig verschärften und kontrollierten Schutz-Vorschriften sinken die Zahlen der Krankheitsfälle und Unfälle auf dem Bau kontinuierlich. Darüber hinaus muss der Baukoordinator (ein externer Sicherheits-verantwortlicher der gemäss Baustellenkoordinationsgesetz vom Bauherr ab einer festgelegten Baustellengrösse eingesetzt werden muss) bereits bei der Planung und dann bei der Bauausführung die baulichen Gefahren auf der Baustelle im voraus erkennen und mit der Anordnung von entsprechenden Massnahmen die Bauarbeiter schützen.
Der schwächste Punkt liegt in der Disziplin und Selbstverantwortung des einzelnen Mitarbeiters. Diese Vorschriften sind zu befolgen und je nach Tätigkeit die vorgeschriebene Arbeitskleidung, Schutzhelm und Schutzbrille zu tragen, wie auch die maximale Traglast von 25 Kilogramm einzuhalten. Glücklicherweise werden heute immer mehr Arbeitsgänge durch maschinelle Unterstützung erleichtert.
Leistungsdruck
Im Baugewerbe hat sich der Leistungsdruck verstärkt. Auch wenn im Moment die Auftragslage gut ist, hat sich die angespannte Konkurrenzsituation, mit den daraus resultierenden tiefen Preisen, nicht entschärft. Der Leistungsdruck entsteht vor allem durch die vorgegebenen Termine. Diese werden vom Auftraggeber oder Planer festgelegt. Das bedeutet dass in kurzer Zeit, ohne die Temperaturen und Niederschläge im Griff zu haben, die Bauten erstellt werden müssen.
Zugegebenermassen hat dies Auswirkungen auf die Leistungsanforderung an die Mitarbeiter und dies kann Stress bedeuten. Dieser ist nicht in Form einer Überforderung sondern als erhöhter Termindruck zu sehen, in der vorgegebenen Zeit die Werkleistung zu erbringen.
Wird die Stammbelegschaft unter Druck gesetzt oder werden temporäre Mitarbeiter eingestellt?
Die schwankende Auftragslage am Bau zwingt einige Bauunternehmen mit temporär einsetzbaren Arbeitskräften zu arbeiten. Dies dient dem Ziel, die Stammbelegschaft in einer konstanten Grösse zu behalten und dieser einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten, um nicht Mitarbeiter kurzfristig einzustellen und später wieder kündigen zu müssen. Um Schwankungen bei der Auftragslage auszugleichen, vermitteln einige Bauunternehmen untereinander ihre fest angestellten Arbeitskräfte. Denn entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Temporärarbeitskräfte keine billigen Arbeiter und müssen je nach Ausbildung mit einigem Zeitaufwand für die Tätigkeiten instruiert werden.
Bauarbeit hat viele schöne Seiten
Die Arbeit auf dem Bau hat durchaus seine schönen Seiten. Denn als Team arbeitet man zusammen und erstellt gemeinsam Bauten für Infrastruktur, Verkehr, Arbeit und Wohnen. Ja, auf dem Bau wird körperlich hart gearbeitet. Dabei sieht man jeweils bei Arbeitsende, was man während des Tages geschaffen hat. Eine Befriedigung, die in manchen Verwaltungs- und Dienstleistungsberufen so nicht erlebt werden kann. Wer kann sonst schon sagen: „Dieses Haus habe ich mitgebaut“.
Baumeisterverband Liechtenstein
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